Einspeisevergütung beim Balkonkraftwerk: Was passiert mit Überschuss?
Ein Balkonkraftwerk spart vor allem durch Eigenverbrauch. Produziert es gerade mehr Strom als die Wohnung benötigt, fließt der Überschuss ins öffentliche Netz. Ob dafür Geld gezahlt wird, hängt vom gewählten Melde- und Vergütungsweg ab.
Der vereinfachte Weg
Bei der vereinfachten Registrierung einer Steckersolaranlage innerhalb der gesetzlichen Leistungsgrenzen wird üblicherweise die unentgeltliche Abnahme des eingespeisten Stroms genutzt. Dafür gibt es keine Auszahlung. Der Vorteil ist der geringe Verwaltungsaufwand: Die Registrierung im Marktstammdatenregister reicht für diesen Weg grundsätzlich aus; der Netzbetreiber wird über die Daten informiert.
Deshalb sollte eine Renditerechnung für ein einfaches Balkonkraftwerk keine Vergütung für eingespeiste Kilowattstunden voraussetzen. Rechne zunächst nur mit dem Strom, den du selbst nutzt und dadurch nicht aus dem Netz kaufst. Unser Balkonkraftwerk-Rechner hilft bei einer realistischen Schätzung.
Vergütung ist ein anderer Prozess
Eine Vergütung ist nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Wer sie beanspruchen möchte, muss die dafür geltenden Anforderungen und Meldewege erfüllen. Das kann zusätzliche Schritte beim Netzbetreiber und bei der Messung bedeuten; die vereinfachte Behandlung mit unentgeltlicher Abnahme passt dann nicht mehr. Kläre vorab, ob der voraussichtliche Überschuss den Aufwand überhaupt rechtfertigt.
Bei kleinen Anlagen sind die eingespeisten Mengen häufig überschaubar. Ein Beispiel: Wenn 150 kWh im Jahr ins Netz gehen, ist selbst ein Vergütungssatz von wenigen Cent je Kilowattstunde nur ein kleiner Jahresbetrag. Der genaue Wert hängt von Zeitpunkt, Anlage und geltenden Regeln ab und sollte nicht pauschal versprochen werden.
Überschuss sinnvoll reduzieren
Verschiebe flexible Verbraucher, etwa Waschmaschine oder Spülmaschine, soweit sinnvoll in Sonnenstunden. Auch eine Ost-West-Ausrichtung kann die Produktion breiter verteilen. Entscheidend ist, wie viel Strom du tatsächlich gleichzeitig nutzt. Mehr dazu im Ratgeber Eigenverbrauch erhöhen.