Balkonkraftwerk mit einem oder zwei Modulen: Was passt zu deinem Verbrauch?
Ein oder zwei Solarmodule? Die zweite Platte kann den Ertrag erhöhen, belegt aber mehr Fläche und produziert womöglich Strom, den du tagsüber nicht selbst nutzt. Beginne deshalb beim Verbrauch und beim Montageort statt bei der größten Wattzahl im Shop.
Wann ein Modul sinnvoll sein kann
Ein Modul passt häufig zu kleinen Balkonen, niedriger Grundlast oder einem Haushalt, der tagsüber selten große Verbraucher einschaltet. Es ist leichter zu montieren und kostet meist weniger. Auch bei Schatten kann ein einzelnes, frei platziertes Modul besser sein als zwei, von denen eines regelmäßig verdeckt wird.
Wann zwei Module helfen
Zwei Module erhöhen die Chance auf Erzeugung bei schwächerem Licht. Eine Ost-West-Kombination verteilt die Leistung über mehr Stunden; zwei Südmodule bringen besonders um die Mittagszeit mehr. Der Wechselrichter bleibt bei der vereinfachten Steckersolar-Regel auf maximal 800 VA begrenzt. Die zusätzliche Modulleistung hebt diese Grenze nicht an.
| Frage | Eher ein Modul | Eher zwei Module |
|---|---|---|
| Freie Fläche | knapp | ausreichend und sicher montierbar |
| Tagesverbrauch | niedrig | mehrere Verbraucher tagsüber |
| Schatten | nur eine gute Position | beide Positionen überwiegend frei |
| Budget | möglichst geringer Einstieg | Mehrpreis durch Mehrertrag plausibel |
Beispiel: Mehrertrag ist nicht gleich Mehrersparnis
Angenommen, ein zweites Modul erzeugt an einem Tag zusätzlich 1 kWh. Wenn du davon nur 0,3 kWh zeitgleich verbrauchst und keine Einspeisevergütung erhältst, spart dieses Modul an diesem Tag nur 0,3 kWh Netzbezug ein. Der Rest wird nicht zu deiner Stromrechnungsgutschrift. Das Beispiel zeigt, warum Eigenverbrauch neben dem Ertrag in den Vergleich gehört.
Entscheidung in vier Schritten
- Miss beide möglichen Montageflächen einschließlich Abständen und Kabelweg aus.
- Prüfe Schatten morgens, mittags und nachmittags.
- Schätze deine Tagesgrundlast und verschiebbare Verbraucher.
- Vergleiche Anschaffungskosten und nutzbare Erträge im Rechner.
Wenn du später erweitern möchtest, prüfe schon jetzt die freien Eingänge und zulässigen DC-Werte des Wechselrichters. Beachte auch die aktuelle Anschlussanforderung bei höherer Modulleistung.